TH melli-anna
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Kapitel 1
8.00 Uhr morgens - Das große schwarze Auto mit den abgedunkelten Fenstern
bleibt vor dem alten Fabrikgebäude stehen. Alles war bereit los zufahren.
Hastig stiegen sie ein. Es sollte niemand mitbekommen... Niemand wusste wo
genau sie hin fahren würden... Einzig und allein die anwesenden Personen
wussten was ihnen bevor Stand. Alles war bereit loszufahren. Schnell wurden
die Türen zugemacht... Es musste schnell losgehen, wenn sie noch vorm Abend
ankommen wollten. Der Motor sprang an... 8 Stunden Fahrt lagen vor ihnen. 8
Stunden in der es viel Schlaf nachzuholen gab....

~ Währenddessen ~

Toni hob ihren Koffer in den Zug. Über 6 Stunden Fahrt warteten auf sie.
Eine schreckliche Zeitverschwendung – wie sie fand. Aber was tut man denn
nicht alles für seine Freundin? Ja, sie war auf dem Weg zu ihrer Freundin.
Genauer gesagt zu ihrer Brieffreundin. Alija. Alija wohnte ihn Polen. In
Warschau. Und Toni hatte ihr versprochen sie in den Sommerferien zu
Besuchen. Schon der Gedanke an die Fahrt brachten sie dazu laut zu seufzen.
Doch sie hatte es versprochen... So wahr sie Toni hieße....

Toni, die eigentlich Eveline Toni-Yvonne hieß... Eine der unzähligen Sachen,
die sie an sich hasste: ihren Namen. Für ihren Geschmack waren 3 Namen zu
viel. Viel zu viel. Doch was sollte man schon tun? Selbst ihre Lehrer
nannten sie nur „Toni“. Für ihre Freundin war sie Yvi – die beste Freundin
die man haben konnte und liebe kleine Maus... Oder Eve- die Coole, mit der
man jeden Scheiß machen konnte und die den Jungs nur so denn Kopf
verdrehte.... Vor allem mit ihrem Aussehen.... Oder einfach Toni....
Ja, sie war hübsch... Nein, sie war bildschön! Lange dunkle kastanienbraune
Haare, die in großen Naturlocken leicht über ihre Schulter fielen...
Stechend grüne mandelförmige Augen... Und ein Lächeln, bei dem die Sonne
aufging.
Für den Geschmack ihre Eltern war sie manches Mal zu hübsch... Besonders
wenn sie durch die Nächte zog- nicht selten in männlicher Begleitung. Doch
Toni war das alles egal. Sie wollte Spaß haben. Schließlich war sie 15. Und
die Jungs waren ihre Kumpels. Mit dem Thema Liebe war sie längst durch....
Besonders in Sachen Klamotten machte sie was sie wollte...
Und was sie wollte, passte nun gar nicht zu ihrem Engelhaften aussehen. Sie
war leidenschaftliche Hip Hopperin. Durch und durch – Klamotten wie Musik.
Ihr Style war das einzige was sie an sich mochte! Sie hatte eine Traumfigur
– Ohne Zweifel... Doch sie wollte nicht hübsch sein. Sie hatte damit zu
viele schlechte Erfahrungen gemacht.....

Toni setzte sich an einen Platz am Fenster. Die Sonne prallte auf sie herab.
Es war warm- schließlich war jetzt Sommer. Sie zog ihr Cap noch weiter ins
Gesicht. Ihre offenen Haare lagen ihr wie immer locker über den Schultern.
Toni strich sich ihren angeschrägten Pony aus dem Gesicht. Über 6 Stunden
Fahrt... Oh man! Trotzig legte sie ihren Kopf auf die Hände... Was sollte
sie denn nun die ganze Zeit machen? Nach kurzem Überlegen, griff sie nach
ihrem MP3 – Player und begann sich die Zeit mit Musik hören breit
zuschlagen....

Kapitel 2

Toni wurde unsanft aus ihrem Schlaf gerissen. Der Zug hatte eine
Vollbremsung gemacht. War sie nun da? Verschlafen blickte sie sich um. Ja,
sie war in Warschau. Noch leicht benebelt vom Schlaf stand sie auf und nahm
ihre Sachen. In ein paar Minuten würde sie endlich bei Alija sein. Es hatte
aber auch lang genug gedauert. Mit einem kurzen Blick in den Spiegel,
schulterte sie ihren Eastpak und griff nach ihrem Koffer. Langsam rollte sie
heraus auf den Gang. Es war voll. Viele Leute wollten aussteigen. Geduldig
wartete Toni, bis alle draußen waren. Dann stieg auch sie aus.

Suchend sah sie sich um. Verdammt, warum war das alles so groß hier?
Da stand sie... Alija... Blonde Schulterlange Haare in denen meist ein
Haarreif steckte, strahlend blaue Augen... Und sie hatte eine Punk/ Rock
Style. Ja, das war Alija. Vom äußeren total anders als Toni....
Als sich die beiden erblickten, fingen sie an zu grinsen. Und dann rannte
Alija los. Toni entgegen. „Hi!“, begrüßten sich beide stürmisch mit einer
Umarmung. Wie alte Freundinnen. Hinter Alija tauchte eine Frau auf. Groß,
blond, schlank... Und die gleichen Augen wie Alija. Das musste ihre Mutter
sein. „Hi!“, begrüßte Toni sie. Die Mutter lächelte. Sie war ihr sofort
sympathisch.
Während sie sich auf Englisch unterhielten, gingen sie in Richtung Ausgang.
Die beiden hatten sich viel zu erzählen. Auf dem Parkplatz angekommen
stiegen sie einen silbernen Mercedes und fuhren sogleich los, zu Alija nach
Hause. Und dort bezog Toni erstmal ihr Quartier für die nächsten beiden
Wochen – Alijas Zimmer....

Das Auto hielt vor einem großen Hotel. Vier Sterne – mittlerweile nichts
besonderes mehr. Davor standen einige junge Mädchen. War ja klar! So ganz
unerkannt konnten sie nun nirgends mehr hin gehen... Ein lautes Seufzen im
Innenraum... Der Fahrer stieg aus und ging ums Auto herum. Die Mädchen hoben
ihren Kopf. Gleich würde es losgehen. Die hintere Tür wurde aufgemacht und 4
Jungs im Alter von 16 Jahren stiegen aus dem Auto. Von den Mädchen vernahm
man lautes Quietschen. Als der letzte im Bunde aus dem Auto stieg, war kein
halten mehr. Die Mädchen schossen auf die Jungs zu. „Bill ,Tom!“, riefen
einige. Die Security hatte Mühe die Masse ruhig zuhalten. Doch sie waren es
gewohnt. Schließlich waren sie Stars. Sie waren Tokio Hotel... Und nun auf
dem Weg auch in Polen einen riesigen Erfolg hinzulegen!

„Bitte WAS?“ Toni war auf gesprungen. Ihr Cap war ihr vom Kopf gefallen und
ihre Locken wippten aufgeregt hin und her. „Das kannst du mir nicht antun!“,
betete sie. Nein, Alija war nicht davon abzubringen. Na das fing ja genial
an! „Doch du kommst mit! Bitte, ich möchte da nicht alleine hin. Tu’s für
mich! Was ist an denen denn so schlimm?“ Alija war standhaft. Toni merkte,
dass sie keine Chance hatte. Seufzend setzte sie sich wieder auf den Boden
von Alijas Zimmer. Mist, verdammter! Knirschend knetete sie an ihrem Cap
herum. Jetzt hatte Alija sie doch wirklich dazu überredet zu einem TOKIO
HOTEL Konzert mit ihr zu gehen. Oh man! Die Band, die sie am meisten hasste,
die Band, die so ganz und gar nicht zu ihr passte, die Band, die in
Deutschland alle 10 Jährigen Mädels zum kreischen brachten. Argh... Und wäre
das nicht schlimm genug: Das Konzert war morgen Abend. Toni knabberte an
ihrer Lippe. Alija wartete immer noch auf eine Antwort. „Ok, ich komm mit!
Aber nur für dich... Ich kann diese Möchtegern- Rocker einfach nicht ab!“
Alija fiel ihr um den Hals. Na da hatte sie sich ja was tolles
eingebrockt... Tokio Hotel.. Bah... Sie würde demonstrativ ihre geilsten Hip
Hop Klamotten anziehen. Man sollte sehen, dass sie nicht dazu gehörte. Toni
wusste nicht, wie sie den morgigen Tag überstehen sollte. 7 Uhr aufstehen...
Für so eine verfickte Kinderband! Nur, damit Alija auch noch zu der
Autogrammstunde konnte! Toni seufzte und runzelte die Stirn. Das könnte ja
heiter werden...

Kapitel 3

6 Uhr.... Dieser verdammte Wecker! Fluchend strampelte Toni aus ihrem Bett.
Und als ihr einfiel, warum sie so früh aufstand wäre sie am liebsten wieder
ins Bett gefallen. Doch das konnte sie jetzt nicht bringen. Es gab kein
zurück mehr... Sie rieb sich verschlafen ihre Augen und ihre Haare fielen
ihr total durcheinander ins Gesicht...Vor ihr stand Alija mit Riesengroßen
Kulleraugen die fröhlich Aufblitzten. Aufgeregt hüpfte sie durchs Zimmer und
drehte die Anlage laut auf.... „Leeeeeeeb die Sekunde... hier und jetzt...
halt sie fest!“ Baaaaaaaah.... „Do you make me wanna puke?“ („Willst du dass
ich kotze?“) schrie Toni Alija entgegen. Doch die hörte nicht zu, sondern
sang in einem sehr komischen Deutsch mit…
Der Tag fing ja schon beschissen an. Grummelnd suchte Toni ihre Sachen
zusammen. Wie schon geplant wollte sie ihre feinsten Hip Hop Klamotten
anziehen. Diesen kleinen Pampersrockern würde sie es schon noch zeigen... Am
schlimmsten war ja noch dieser Möchtegern Gangsta... Toni schüttelte den
Kopf und verzog sich ins Bad, während Alija sich vorm Kleiderschrank den
Kopf zerbrach...

Eine halbe Stunde später kam Toni wieder aus dem Bad, wobei sie sich einen
tadelnden Blick von Alija einbrachte. Toni rollte mit den Augen. Sie musste
sich ja jetzt für ihren Liebling Bill fertig machen... Oh man! Seufzend lies
sich Toni auf das Bett sinken. und sah in den Spiegel der am Schrank ihr
gegenüber angebracht war.
Sie hatte eine (für Mädchen) relativ weite Jeanshose an... Es war keine
Baggyhose, aber sie war doch eher männlich geschnitten. Doch es stand ihr.
Die Hose betonte ihre breiten Hüftknochen... Und das wiederum betonte ihre
schlanke Taille mit dem perfekten durchtrainierten Bauch. Toni musterte
sich. Heute WOLLTE sie hübsch sein... Heute war sie Eve – sie wollte es
diesem Hip Hopser zeigen.... Tim, Timo, Thomas, Tom... wie auch immer der
hieß.
Über ihrer Hose blitzte unverkennbar ihre blau weiße Boxershorts – mit
Absicht versteht sich... Die sollte ihnen doch wenigstens einen Reiz geben.
Sie strich ihr hellblaues Neckholdertop glatt. Im Koffer hatte es doch etwas
gelitten.
Sie zupfte einige Haarsträhnen zu Recht und stand dann vom Bett auf.
Mit einem letzten Blick in den Spiegel ging Toni zu ihrem Koffer, der ganz
hinten in der Ecke des Zimmers verstaut war. Nach einigem wühlen fand sie
endlich, was sie suchte: Ihre Lieblings- Cappy von Vokal. Diese war
hellblau/weiß. Toni strich sich ihre Haare aus dem Gesicht und blickte sich
durch den Spiegel fest in die braunen Augen, die sie frech anblitzten.
Während sie das Cappy aufsetzte, fragte sie sich immer wieder, warum sie da
eigentlich hinging. Doch eine wirkliche Antwort fand sie nicht darauf.
Nach einigen Minuten, die sich für Toni wie eine Ewigkeit anfühlten, schwang
die Badezimmertür mit lautem Krach auf. Erschrocken zuckte Toni vor dem
Spiegel zusammen als eine total aufgedrehte Alija, perfekt gestylt, heraus
rannte. Hastig packte sie ihre Tasche zusammen und setzte sich ihren
schwarzen Haarreifen auf. „Los! Beeil dich! Sonst sind wir die letzten!“,
keuchte Alija.
Toni seufzte noch einmal und drehte sich dann um. Warum? Warum eigentlich
sie?
Total gelassen setzte sie sich aufs Bett und fing an sich in aller Ruhe ihre
Missy Elliott Schuhe anzuziehen. Dann schnappte sie sich noch ihre übergroße
D&G Sonnenbrille und wurde sogleich von Alija aus dem Zimmer gezerrt....

Kapitel 3

Der Junge mit den wilden Dreadlocks sah gelangweilt aus dem Fenster. Sie
waren das erste Mal in Polen. zumindest als ernstzunehmende Musiker. Heute
Abend würde in einem angesagten Club eine so genannte „Secret Show“ steigen.
Er freute sich darauf. Mit der Karriere von Tokio Hotel hatten sie das große
Los gezogen. Er wollte nicht in sein altes Leben zurück. Nein, niemals!
Jetzt war er der Macho. Der unverletzbare Typ, der immer mit irgendeiner
Perle von der Party verschwand. Er seufzte laut aus. Es war früh am Morgen.
Schätzungsweise 8 Uhr. Für ihn viel zu früh.
Ja, ihm machte dieses Star-Dasein Spaß. Und ehrlich gesagt war er schon ein
bisschen arrogant geworden. Doch irgendwie konnte er sich nicht auf den
heutigen Tag freuen. Immer das gleiche: 10 Jährige Mädchen die ihm ins Ohr
kreischten. Unglaublich jung und unglaublich hässlich.... Und alle
„unwahrscheinlich“ in ihn verknallt. Bla bla... Man, er war doch auch nur
ein 16 Kerl, der ab und zu mal ein Mädel aufreißen wollte! Oh man...
Er betete inständig, dass er vielleicht heute ein hübsches Mädchen kennen
lernen würde. Denn seit 3 Tagen waren sie nicht mehr auf der Straße gewesen
– sie wurden einfach zu schnell erkannt. Sprich: Frauenentzug. Und langsam
musste er ja wieder den großen Aufreisser markieren. Mit oder ohne
Groupies... Wenn sie denn wenigstens mal hübsch wären....
„Tom wir sind da!“, schallte ihm von vorne die Stimme seines Zwillings
entgegen. Na dann mal los!, dachte er sich, während das Auto auf einen
großen Parkplatz vorfuhr. Kurz sprach er noch ein Stoßgebet gen Himmel und
dann stieg er, hinter den anderen her, aus.

Es war schlimmer als sie sich erhofft hatte. Nein, es war viel, viel
schlimmer. Toni hätte sich Ohrfeigen können. Doch irgendwie taten ihr die
Jungs schon Leid. Um sie herum Standen nur 10-jährige Mädels. Die ältesten
von ihnen waren 14. Und da zwischen: Alija und Toni. Beide 16... Und die
einzigen ihres Alters. Wie schon geahnt.
Der Platz war gerammelt voll mit Teenies, die kreischten und sangen. Toni
sah sich um. Alle klein und nicht sonderbar hübsch. Das konnte ja noch
lustig werden. Alija hüpfte währenddessen unruhig auf und ab.
Die Schar wurde in eine lange Schlange gequetscht. Security- Männer hatten
einen schmalen Weg abgesperrt, in dem nun alle in Reih und Glied standen.
Toni war mit abstand das aller hübscheste Mädchen auf dem Platz und wurde ab
und zu abschätzend gemustert. Doch das kümmerte sie nicht. Es war ihr egal.
Vor ihr stand Alija und reckte ihren Kopf um zu schauen, ob 50 Meter vor
ihnen schon etwas von diesen vier Kerlen zu entdecken war. Toni musste sich
die Zeit mit Musik hören breitschlagen. Gut, dass sie ihren MP3-Player
mitgenommen hatte. So bekam sie kaum etwas vom Gekreische mit.
15 Minuten standen sie nun da.... Und langsam wurde Toni wirklich
langweilig. Sie fing an auf ihrer Lippe zukauen.
Auf einmal stieg der Lautstärkepegel an. Toni zog ihre Ohrstöpsel raus, da
von der Musik eh nichts mehr zu hören war.
Und dann kamen die 4 Jungs. Wie arrogant die schon aussahen. Bah! Besonders
dieser Macho. Pah! Nur weil er sich halt Markenklamotten leisten kann, ist
er noch lange kein Hip Hopper. Und die anderen erst... Iiiih, nein danke!
Angewidert setze sich Toni ihre riesen Sonnenbrille auf. Jetzt sah sie aus
wie ein VIP. Das sollte ihr nur Recht sein. Sollten die sich bloß nicht
einbilden, die sollten sie anquatschen... Demonstrativ drehte Toni sich zur
Seite. Und dann fing es an, das große Autogramm schreiben und das große
quetschen.....

Kapitel 4

2 Stunden... 2 BESCHISSENE Stunden... Und sie standen immer noch in dieser
verfickten Absperrung. Langsam taten Toni die Füße weh... Doch nun konnten
sie nicht mehr zurück. Hinter ihnen sah es aus, als ob die Schlange nie
Enden würde... Und vor ihnen waren nur noch 10 Leute. Also lohnte es sich
auch gar nicht. Toni würde drei, nein fünfzig, Kreuze machen wenn dieser Tag
vorbei war. Sie atmete tief ein. Toni hatte ihr Cappy tief ins Gesicht
gezogen und die Sonnenbrille immer noch nicht abgesetzt. Und die heiße Sonne
brannte auf sie nieder. Einige Leute musterten Toni komisch... Einerseits,
weil sie so hübsch war, andererseits weil sie so geheimnisvoll aussah. Wie
ein echter Star. Ein paar kleine Mädchen hatten sie auch schon nach einem
Autogramm gefragt. Toni hatte dann nur herzhaft gelacht und die Kinder
weggeschickt. Was hielten die eigentlich von ihr?
Wow, es ging weiter. Nur noch 9 Leute vor ihnen! Toni war fertig mit ihren
Nerven. Sie hätte jetzt so schön am Pool liegen können... In Bikini und wäre
braun geworden. Aber nein.... Und dann hatten sie auch noch die geniale
Regelung getroffen, dass immer nur EIN Mädchen auf das Podest durfte,
Autogramme bekam und Fotos machen lies, damit das Gedränge nicht zu groß
wäre. Was für eine Zeitverschwendung! BESCHEUERT!
„Toni, ich muss auf Klo!“, dieser Satz schlug bei Toni ein wie eine Bombe...
„Bitte was? Das ist jetzt nicht dein Ernst oder?“ Doch Alija nickte. Super!
„Komm schon! Ich bin doch gleich wieder da... Und außerdem haben wir noch
genug Leute vor uns. Halt du hier die Stellung... Beeil mich!“, versicherte
Alija und ohne auf eine Antwort zu warten, war sie schon über die Absperrung
gesprungen und an den Securitys vorbei gelaufen... Na klasse! Jetzt stand
sie da auch noch alleine. Puuuh...
Doch es ging aufeinmal doch alles viel schneller als Toni lieb war. Vor
ihnen standen nämlich nur Eltern mit ihren Kindern. Das heißt innerhalb 5
Minuten waren es nur noch ein Kind mit seiner Mutter, die auf ein Autogramm
warteten... Dann würde Toni auf das Podest rauf müssen. ALLEINE. Von Alija
war immer noch keine Spur. Na geil, dann musste Toni sich also auch noch
zusammen reißen, nur damit sie Alija ein Autogramm holen konnte. Dieser Tag
war nun endgültig verdorben.
Das Mädchen und die Mutter wurden nach oben zu den Jungs gelassen. Jetzt
stand Toni allein vor der Absperrung, die von einem breiten Securitymann
bewacht wurde. Und keine Alija. Der Securitymann grinste sie von oben herab
an. Wichser, dachte Toni nur und schaute in die Entgegengesetzte Richtung.
Hinter ihr waren noch mindestens 20 Fans. Irgendwie taten ihr die Jungs
schon Leid...
Andere Mädchen hätten bestimmt ein totales Glücksgefühl bekommen, wenn die
Absperrung vor ihnen auf gemacht würde. Nicht so Toni. Lässig, mit den
Händen in der Hosentasche stolzierte sie das Podest hoch, wobei ihre Haare
hoch und runter flippten. Die Sonne spiegelte sich in der Sonnenbrille. Doch
Toni machte keine Anstalten sie ab zusetzten. Nein, warum auch? Die Kinder,
die vor ihr saßen waren vielleicht „Tokio Hotel“, aber trotzdem waren sie
immer noch 16 und damit nichts Besseres als sie.
Die Jungs saßen hinter einem langen Tisch. Also steuerte Toni den ersten der
vieren an. Es war der Macker mit den Dreadlocks. Na super! Dieser blickte
auf als sie näher kam und auf einmal fingen seine Augen an zu blitzen. Huch,
was hatte der denn jetzt?
Das Bandmitglied neben ihm gab ihm einen kleinen Stoß in die Seite und
grinste ihn verschwörerisch an. Was bildeten die sich eigentlich ein? Man!
Der Junge mit den Dreads glotzte sie immer noch erwartungsvoll an. „Was?“,
zischte Toni ihm genervt entgegen. Klar möchte sie es, wenn Jungs ihr hinter
herguckten oder pfiffen, aber DER??? Das war doch schon kein Junge mehr...
Eine regelrechte Beleidigung... Der Junge guckte weiter so komisch. „Schreib
“für Alija“ drauf!“, meinte Toni abwertend. Doch den Junge schien das nicht
zu stören. Er grinste sie kurz frech an und wand sich dann der
Autogrammkarten zu. Doch dann hielt er kurz inne und sah wieder zu Toni. „Du
sprichst Deutsch?“, fragt er verwundert. „Wenn’s dir nichts ausmacht: Ich
komme aus Deutschland....“, entgegnete Toni genervt. Was wollte der Kerl? Er
zog kurz eine Augenbraue hoch und grinste wieder. Man, Schleimbacke! Mit
einem Schwung hatte er seine Unterschrift auf die Karte gesetzt: „Tom“.
Jetzt wusste sie zumindest wie der Kerl hieß. Na wundervoll. „Du hast einen
schönen Namen!“, sagte er grinsend, als er Toni die Karte gab. „Das ist
nicht mein Name!“, sagte sie und rückte ihr Cap zu Recht. Sie wollte so
schnell wie möglich von hier weg. Langsam wurde sie zickig: „Du glaubst doch
nicht echt, dass ICH ein Fan von euch sei? Nein danke!“ Mit diesen Worten
wandte sie sich um. Schnell ließ sie die Karte von den anderen
Unterschreiben, die sie nur total verblüfft anstarrte, wahrscheinlich weil
sie gerade den Mädchenschwarm ihrer Band abblitzen lassen hat. Dann sprang
sie so schnell wie möglich vom Podest und lief los, um Alija zu suchen
Fan[s]

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